RSS

Eine Reise zum Osterfest

Dieses Jahr haben wir uns im Kindergarten etwas Besonderes ausgedacht, um die Passions- und Osterzeit kindgerecht aufzuarbeiten. Kinder lernen am Besten, wenn sie Inhalte mit allen Sinnen erfassen können. So entstand die Idee einen Ostergarten anzulegen.
Mit Naturmaterialien gestalteten die Kinder voller Freude und Eifer auf einem großen Tablett eine Gartenlandschaft. Neben einer Steinhöhle und einem Hügel schlängelte sich ein Weg durch die Landschaft aus Moos, Rinde, verschiedensten großen und kleinen Steinen, Wurzeln, Zweigen und getrockneten Blumen. Hier sollte die biblische Ostergeschichte veranschaulicht werden. Nun kam Olli zum Einsatz. Er nahm die Kinder mit auf die Reise zum Ostergeschehen. Und das war sehr spannend.

 

Olli Osterling erzählt

"Ich darf mich kurz vorstellen: Osterling mein Name, Olli Osterling. Ich bin ein Schmetterling und von Haus aus sehr neugierig und fliege gerne los, um Abenteuer zu erleben. In Jerusalem lernte ich Jesus und seine Freunde kennen. Was sich dort ereignete, davon will ich euch erzählen.

Anfangs war ich sehr aufgeregt und fürchtete mich ein wenig vor den vielen Kindern. Schließlich bin ich klein und meine Flügel zart. Doch meine Befürchtungen waren unbegründet. Alle hier im Kiga nahmen mich freudig auf, behandelten mich liebevoll und vorsichtig. Außerdem bauten sie mir ein schönes Zuhause, einen richtigen kleinen Garten im Zimmer. Dort durfte ich wohnen und die Kinder besuchten mich jeden Tag. Wir hatten eine fantastische Zeit zusammen.

Alles drehte sich um Jesus und die Ereignisse in Jerusalem. Davon durfte ich berichten und mein schöner Garten war der Schauplatz und wurde zum Osterweg den Jesus ging."

 

Ostern erleben

Jedes mal, wenn wir uns um den Ostergarten herum setzten und Olli einen Teil der Ostergeschichte erzählte, wurden neue passende Elemente auf dem Weg ergänzt. Diese ließen das Erzählte lebendig werden und dienten als Erinnerungshilfe.

Zuerst berichtete uns Olli vom Einzug in Jerusalem, als Jesus auf einem Esel reitend in die Stadt einzog. Dazu wurde ein kleiner Stofftieresel auf den Weg gestellt und aus Bausteinen ein Tor - das Stadttor von Jerusalem - aufgestellt. Eine Osterkerze - als Symbol für Jesus - auf den Weg gestellt und angezündet. Alle Kinder durften sich kleine Zweige nehmen und in den Ostergarten stecken - denn die Menschen von Jerusalem jubelten Jesus zu und säumten den Weg mit grünen Zweigen - dazu sangen wir: "Jesus zieht in Jerusalem ein. Hosianna!".

Jesus feierte mit seinen Jüngern - seinen Freunden - das Passahfest. Dazu aß man Brot und trank Wein. Und Jesus sprach davon, dass dieses Essen, das letzte, gemeinsame Essen sein würde und, dass er bald sterben würde. Judas verließ das gemeinsame Mahl um Jesus an seine Feinde zu verraten.
Auf den Osterweg wurde wieder die brennende Kerze gestellt und dazu ein kleiner Krug und Teller. Anschließend aßen wir zusammen frisches Brot und tranken Traubensaft.

Nach dem Abendessen ging Jesus mit seinen Freunden in einen Garten. Während er tief in den Garten ging, an einem Stein niederkniete um zu beten, schliefen seine Jünger ein. Ein Engel - brennendes Teelicht - tröstete und stärkte Jesus für seine schweren Weg. Plötzlich kam Judas mit einigen Männern und Soldaten. Sie fesselten Jesus und nahmen ihn mit. Die Jünger flohen vor Schreck. Um die Osterkerze wurde ein feste Schnur - als Zeichen der Fesseln - gebunden.

Petrus, ein Freund von Jesus verfolgte heimlich die Truppe. Man brachte Jesus gefesselt in ein Haus und Petrus schlich in den Hof, von dort konnte er Jesus sehen. Im Hof brannte ein Feuer und viele Menschen waren dort. Petrus wurde drei mal angesprochen und man behauptete er sei ein Freund von Jesus. Jedes mal log Petrus und stritt ab, Jesus überhaupt zu kennen. Nach dem dritten mal krähte auf einmal ein Hahn. Petrus erschrak und lief weinend weg, denn er erinnerte sich daran, dass Jesus ihm dies prophezeit hatte. Er hatte aber behauptet, dass so etwas überhaupt nie passieren würde. Als Zeichen der Verleugnung wurde ein kleiner Plüschtier-Hahn in den Ostergarten gesetzt.

Jesus wurde verurteilt, verspottet und ausgelacht. Die Soldaten legten ihm, als "König der Juden" einen roten Mantel um und setzten ihm eine Dornenkrone auf. Ein Christusdorn (Topfpflanze) bekam im Ostergarten einen Platz. An seinen Stacheln konnten die Kinder die Dornen befühlen. Die Osterkerze wurde mit einem roten Tuch versehen und mit der Paketschnur festgebunden.

Pilatus, der Statthalter von Jerusalem, verurteilte Jesus auf Grund des großen Drucks der Juden, wollte ihn aber am liebsten frei lassen. Er wollte mit dem Tod Jesu nicht zu tun haben, weil er ihn unschuldig fand. Als Zeichen dafür wusch er seine Hände in einer Wasserschüssel - und auf den Osterweg wurde eine kleine Schale gestellt. Vergleichbar mit dem Sprichwort: "Seine Hände in Unschuld waschen."

Die brennende Osterkerze stand nun, nahe dem Hügel, auf dem Weg. Drei kleine Holzkreuze wurden in den Hügel gesteckt. Jesus starb - und dazu wurde die Kerze ausgeblasen.

Die erloschene Kerze wurde in ein weißes Leintuch gewickelt und in die steinerne Höhle - das Felsengrab - gelegt. Der Eingang wurde mit einem großen runden Stein verschlossen.

Vor dem nächsten Erzählen wurde der runde Stein zur Seite gerollt, die Kerze aus der Höhle geholt und das Leintuch zusammengefaltet wieder zurückgelegt. Als die Frauen, am dritten Tag, zum Grab kamen, um Jesus zu salben, war der Eingang frei und das Grab leer. Nur das Tuch lag noch da. Zwei Engel - zwei brennende Teelichter am Felsengrab - sprachen: "Jesus lebt! Er ist auferstanden." Die Osterkerze wurde wieder angezündet und in den Garten gestellt. Die Frauen - drei kleine Holzfiguren - liefen nach Jerusalem zurück und berichteten den Jüngern. Gemeinsam wurde gesungen: "Halleluja es ist Ostern. Halleluja, Jesus lebt!".

 

Die Osterkerze - Symbol für Jesus

 

Das Licht der Osterkerze ist ein Zeichen des Lebens. Es symbolisiert den auferstandenen Jesus, der über den Tod gesiegt hat. Er ist das Licht der Welt. Die Osterkerze findet sich in griechischen, jüdischen und römischen Traditionen und wurde auch schon von den ersten Christen verwendet, um die Osternacht zu erhellen. Die Kerze verkündet die Osterbotschaft:"Jesus lebt!". Die Bedeutung von Ostern erfassen So wurde die Ostergeschichte lebendig, anschaulich und verständlich. Nichts von der biblischen Osterbotschaft wurde weggelassen und doch konnten die Mädchen und Jungen gut folgen und verstehen. Sehr hilfreich war einfach, das immer etwas vor ihren Augen passierte und Olli, der Schmetterling war ein guter, kindgerechter Vermittler für die, nicht ganz einfache Botschaft. Immer wieder spielten die Kinder im Freispiel mit dem Ostergarten und vertieften somit das Gehörte. Die vielen kurzen Wiederholungen zwischen den Erzählschritten führten zum Einprägen der Ostergeschichte im Zusammenhang und stellten sicher, dass alle Kinder die gesamte Botschaft hörten. Wir alle im KiGa haben es sehr genossen, die Osterzeit ganz bewusst zu erleben.

 

Was ein Schmetterling mit Ostern zu tun hat

 

Olli Osterling, der Schmetterling, hat uns durch die Ostergeschichte begleitet. Aber wieso ein Schmetterling? Warum wird die Geschichte nicht von einer Biene, einem Hund oder einer Katze erzählt?

Der Grund liegt in der Entstehung eines Schmetterlings. Gott hat sich da etwas Besonderes ausgedacht: Eine Raupe frisst sich zuerst dick und rund, verpuppt sich und in dem Kokon entsteht dann ein wunderschöner Schmetterling. Es muss also erstmal etwas Altes absterben, damit etwas Neues, noch Schöneres, das es vorher nicht gab, entstehen kann.
So ist es auch mit Jesus. Auch er ist gestorben, damit alles, was Menschen falsch machen, an sein Kreuz genagelt werden kann. Alle Strafe hat er getragen. Er hat den Tod überwunden (Auferstehung) und besiegt. Darum ist mit dem Tod (vgl. Kokon) nicht alles aus,(vgl. die Raupe gibt es nicht mehr), sondern ein neues Leben, verändert und schöner entsteht (vgl. Schmetterling). Auch für uns gibt es eine Auferstehung. Olli, der Schmetterling, will uns daran erinnern, dass durch Jesu Tod UND Auferstehung etwas "Neues" entstanden ist.

Ute Zeilinger

 

olliosterlin1
olliosterling2
olliosterling3
olliosterling4
olliosterling5
olliosterling6
olliosterling7
olliosterling8
 
 
Powered by Phoca Gallery