Alle Menschen, groß und klein,

leben nicht vom Brot allein,

auch Kartoffeln müssen sein,

denn die schmecken immer fein.

 

Mitte Oktober war es wieder einmal soweit, unser Kindergarten feierte sein...

 Kartoffelfest

Vorbereitend auf dieses große Ereignis, stand die Herbstzeit ganz unter dem Thema:

„Kartoffel – Die tolle Knolle“

Hierzu gab es eine große Anzahl an Liedern, Reimen, Fingerspielen, Rätseln, Gedichten und Geschichten, mal lustig und witzig - mal lehrreich, zum Mitmachen, Singen, Klatschen und Tanzen.

Mit viel Interesse lernten die Kinder allerhand Wissenswertes über die Kartoffel, -pflanze, Anbau und Verwertung. Als eines der wichtigsten Grundnahrungsmittel ist sie von unserem Speiseplan nicht wegzudenken, schmackhaft und sehr gesund, bietet sie unzählige Zubereitungsmöglichkeiten.

Staunend stellten die Mädchen und Jungen fest, ob Pell-, Salz-, oder Bratkartoffeln, Kartoffelbrei, -salat, Klöße, Kartoffelpuffer, Gratin, Ofenkartoffel, Kroketten, oder die heißgeliebten Pommes Frites – die Knolle bietet etwas für jeden Geschmack – sogar zum Knabbern und jedem bekannt als Chips.

Kleine und große Kunstwerke rund um die Kartoffel entstanden. Als Flechtarbeit,  Stickbild, oder Katoffeldruck in sämtlichen Variationen. Die Vorschulkinder durften sich sogar ein eigenes Kartoffelbuch erstellen.

Mit großem Eifer fieberten alle dem Kartoffelfest entgegen. An diesem sollte auch der „Kartoffelkönig“ gekürt werden. Um diesen zu ermitteln, waren die Kinder dazu aufgerufen eine besonders große, dicke, schwere Kartoffel mitzubringen. Geheim und unter absoluter Verschwiegenheit führte die Kindergartenleiterin Schwester Margit, das Wiegen der Kartoffeln durch und erstellte die Rangliste. Denn erst zum Fest sollte das Geheimnis preisgegeben werden. So gab es wilde Spekulationen.

Endlich, konnten die Tage bis zum Ereignis gezählt werden. Am Vorabend trafen sich die Väter zum Kürbislaternenbasteln im KiGa.

Dann also war es Freitag und der Treffpunkt für 17 Uhr in Mühlhof festgelegt. Zahlreich trafen die Gäste ein und es war sehr schön einige Schulkinder, also „Ehemalige“ begrüßen zu dürfen. Warm eingepackt machten sich die Familien und Freunde, bei herrlich sonnigem, aber kühlen Herbstwetter, gemeinsam auf den Weg. Oben auf dem Acker der Familie Amm, zwischen Mühlhof und Wolkersdorf gelegen, hatten schon fleißige Helfer die nötigen Vorbereitungen getroffen. Feuer wurde geschürt und ein geräumiger Kessel, mit unzähligen Kartoffeln darin, hing an einem großen Dreibein darüber.

Gegenüber von einigen Bierzeltgarnituren, reihten sich Strohballen im Halbkreis, als Sitzgelegenheiten für die Kinder, aneinander.

„Kartoffeln sind besser als Rüben und Kohl ...“, mit diesem Lied begrüßten die Mädchen und Jungs vom Kindergarten alle Gäste und starteten ihr Programm. Es folgten „Fünf kleine Kartoffelmänner“ als Fingerspiel, ein Tanz von „Kartoffelliese“ und „Kartoffelfranz“, ein Speiseplan als Kartoffellied und eines in Englisch.

Als nächstes wurde das Spiel vom Tannenbaum aufgeführt, nach dem Gedicht von Friedrich Rückert  „Vom Bäumchen, das andere Blätter hat gewollt“. Es erzählt in Reimen von einem Tannenbaum, der unzufrieden im Wald steht, weil die anderen Bäume Blätter haben und keine Nadeln, wie er. Im Traum wünscht er sich Blätter aus Gold. In der Nacht geht die Wunschfee durch den Wald und erfüllt ihm seinen Wunsch. Als er am nächsten Morgen aufwacht freut er sich über die goldene Pracht. Allerdings nicht lang, denn ein Räuber stiehlt ihm die Blätter. In den folgenden Nächten wünscht er sich Blätter aus Glas – die der Wind leider alle zerbricht, grüne Blätter – die dann von einem Zicklein gefressen werden. Jedes mal bleibt er traurig zurück, bis er sich zuletzt wieder seine Nadeln wünscht und feststellt, dass diese doch das Beste für ihn sind.Unter Mitwirkung vom Elternbeirat wurde dieses Schauspiel vorgetragen.

Anschließend, ein weiterer spannender Höhepunkt: Die Ehrung des Kartoffelkönigs.Welches Kind hatte nun die schwerste Kartoffel gebracht? Stolze 980g und damit „Kartoffelkönig 2011“ wurde die Knolle von Nina Stöckl. Als König herausgeputzt, wurde die Riesenkartoffel unter Hochrufen an ihre Besitzerin abgegeben, die sich sichtlich geehrt fühlte. Auch die beiden nächsten Kandidaten, Schwergewichte mit je 820 g, wurden ausgezeichnet und an Verena Dechet und Carolina Rühn zurückgegeben.

Inzwischen war es dämmrig und zu den angezündeten Kürbislaternen sangen die Kinder noch ein paar Laternenlieder, bis es hieß: „Auf zum Kartoffelessen!“

Während des Kinderprogramms waren die Kartoffeln im großen Kessel fertig gegart. Jetzt konnte kräftig zugelangt werden. Die Mütter hatten für ein leckeres Buffet gesorgt, das rustikal mit Laternen auf einem großen Bauernkarren aufgebaut war. Hier gab es alles was zu Kartoffeln schmeckt, wie z.B. Kräuterquark, Zaziki, verschiedene Dips, Kräuter- und Knoblauchbutter, Obatzter und andere Käsesorten.

Bei guter Laune und gemütlichem Beisammensein schmeckte es allen wunderbar und die Zeit verging wie im Flug. Die Mädchen und Jungs genossen das ungestörte Herumtoben auf der Wiese und kullerten, bis in die Dunkelheit, vergnügt einen Hügel hinunter. Nach einem wunderschönen Abendrot am Himmel, ging der - noch fast volle - Mond, auf und warf ein mildes Licht aufs Feld. Frau Burk spendierte zum Schluss noch frisch gebackene Feuerspatzen. Mmmhhh! Einfach lecker!

Als die sternenklare Nacht zunehmend kühler wurde, brachen die Gäste langsam auf und es wurde zusammen aufgeräumt. Fröhlich machten sich Groß und Klein, mit schwenkenden Laternen auf den Heimweg.

Aus den übrigen „Kartoffelköniganwärtern“ wurden inzwischen leckere Pommes Fritz.

An dieser Stelle ein herzliches „Dankeschön“ an Familie Amm für die gespendeten Kartoffeln, die Erlaubnis und Möglichkeit ihren Acker benutzen zu dürfen, Bereitstellung des Bauernwagens für das Buffet, zur Verfügung stellen von Kessel, Dreibein, Strohballen usw., alle Vorbereitungen und den Aufbau mit den Eltern, ohne diese Hilfe wäre dieses Fest nicht möglich gewesen.

Es war ein gelungenes Fest, an das man sich gern erinnert.

Ute Zeilinger